Die Konkurrenzen über 800 und 1500 Meter bei den Männern bildeten die Höhepunkte des
Uster Runnings. Es konnte im Buchholz bei idealen Bedingungen durchgeführt werden.
Das vom LC Uster organisierte Uster Running Meeting war so stark besetzt wie schon lange nicht
mehr. Sowohl über 800 als auch über 1500 Meter der Männer erlebten die zahlreichen Zuschauer
in der Sportanlage Buchholz jeweils einen Hitchcock-Final. Dabei lagen am Schluss mit
Phillip Marshall (LC Regensdorf) und Ueli Koch (TV Wolhusen) je zwei Läufer vorne, die im
Vorfeld des Wettkampfes nicht unbedingt als erste Siegesanwärter gehandelt worden waren.
Hohes Anfangstempo
Für Marshall, der seit vielen Jahren zu den besten 800-Meter-Läufern der Schweiz zählt,
verlief der Saisonstart eher harzig. In Uster scheint er nun aber wieder zur alten Stärke
gefunden zu haben. Trotz horrendem Anfangstempo mit einer ersten Runde, die in 53 Sekunden
absolviert wurde, behauptete er sich in den vordersten Positionen des Feldes. Mit einem Kraftakt
auf der Zielgerade schuf er dann die entscheidende Differenz zu seiner Konkurrenz, die dem hohen
Tempo etwas Tribut zahlen musste. Wie knapp die Entscheidung über 800 Meter schliesslich war,
zeigen die Rückstände: Der fünftplatzierte Michael Geissbühler vom LV Langen-thal verlor nicht
einmal eineinhalb Sekunden auf die beachtliche Siegerzeit von 1:52,30.
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Stark war auch der Auftritt des Dübendorfers Rolf Stebler, der zwischenzeitlich etwas ins
Hintertreffen geraten war, zum Schluss aber noch einmal mächtig aufdrehen konnte und
schliesslich in 1:53,21 den vierten Rang belegte.
Wegmann als Tempomacher
Ideal wäre das 800-Meter-Rennen auch für Lokalmatador Sandro Wegmann gewesen. Doch dieser
verzichtete für einmal auf die Zeitenjagd und stellte sich stattdessen in der 1500-Meter-Konkurrenz
als willkommener Tempomacher zur Verfügung. Ausgerichtet war das Rennen auf Stefan Breit vom
TV Wolhusen, der die Junioren-WM-Limite von 3:47,00 knacken wollte.
WM-Richtzeit verfehlt
Schon bald zeigte sich allerdings, dass dieses Unterfangen trotz überaus idealen Bedingungen
nur schwer zu erreichen sein würde. Umso spannender gestaltete sich der Wettkampf um den Sieg.
Praktisch auf gleicher Höhe bogen nicht weniger als fünf Läufer auf die Zielgerade ein.
Zunächst schien Raphael Fuchs (LC Basel) leicht im Vorteil zu sein, danach schob sich der
Eritreer Simon Tesfay vom LC Uster an die Spitze. Doch ganz zum Schluss schlug Ueli Koch,
Klubkollege von Breit, allen ein Schnippchen und gewann etwas überraschend das hochkarätig
besetzte Rennen, dies in der Zeit von 3:50,43. Breit musste sich dagegen mit 3:51,74 und
dem vierten Rang begnügen.
Erschienen am Montag, 12. Juni 2006
© "Der Zürcher Oberländer" / "Anzeiger von Uster"
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