(adk). Luzia Schmid lief im vergangenen Jahr so stark wie noch nie. Die Langstreckenläuferin
aus dem thurgauischen Homburg gewann überlegen die Gesamtwertung des Züri-Laufcups, und dies
zum vierten Mal in Folge. Ihren bis anhin grössten Erfolg feierte sie aber an den
Halbmarathon-Schweizer-Meisterschaften in Lausanne, wo sie mit 1:17.04 überraschend den zweiten
Rang belegte und zahlreiche nationale Spitzen- läuferinnen hinter sich lassen konnte.
Späteinsteigerin und Naturtalent

Doch das Potenzial von Schmid scheint noch lange nicht ausgeschöpft, davon ist auch ihr neuer
Coach beim LC Uster, Urs Zenger, überzeugt: "Mit zielgerichtetem Training kann sich Luzia
sicherlich noch weiter steigern." Die Thurgauerin ist eine Späteinsteigerin und ein Naturtalent:
Erst vor sechs Jahren bestritt sie ihren ersten Wettkampf, bereits zwei Jahre später gewann sie
den Züri-Laufcup. "Ich trainierte damals höchstens zweimal in der Woche und hätte deshalb niemals
mit einem solchen Erfolg gerechnet", erinnert sich Schmid. Bereits bei ihrem ersten Marathon
lief sie 2001 ohne grossen Trainingsaufwand unter drei Stunden. Auch in der vergangenen Saison war
ihr Trainingsaufwand mit vier Laufeinheiten pro Woche sehr bescheiden, verglichen mit anderen
Läuferinnen.
Zürich Marathon im Visir
Mit dem Beitritt zum LC Uster schliesst sich Schmid erstmals einem Leichtathletikclub an. Die
vergangenen Jahre trainierte sie mit dem Laufverein "Run-Fit-Thurgau", dessen Trainings aber eher
für Breiten- als Leistungssportler gedacht sind. Auch eine gezielte Trainingsplanung kannte Schmid
bis anhin noch nicht. Dies wird sich nun ändern. Seit Anfang Jahr trainiert sie nach einem auf sie
zugeschnittenen Trainingsplan, der einen optimalen Formaufbau im Hinblick auf den Zürich Marathon
ermöglichen soll. Schmid ist mit dem bisherigen Trainingsverlauf sehr zufrieden: "Früher absolvierte
ich vor allem Dauerläufe, nun baue ich vermehrt intensivere Trainingsformen in mein Training ein."
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Nur selten in Uster
Deutlich erhöht hat Schmid auch die Anzahl Trainings pro Woche. Die Thurgauerin kann dabei von der
grossen Erfahrung von Urs Zenger profitieren, der in den vergangenen Jahren mit einigen seiner
Athletinnen und Athleten grosse Erfolge auf den Langstrecken feiern konnte.
Vorläufig wird man Luzia Schmid aber nur sporadisch im Buchholz antreffen: "Die vierzigminütige
Autofahrt von Homburg nach Uster ist schon lang. Im Frühling und Sommer werde ich dann aber für
die schnelleren Trainingseinheiten regelmässig nach Uster kommen", verspricht Schmid. Wie sich die
neuen Trainingsimpulse auf ihre Leistungen auswirken werden, ist auch für sie selbst im Moment noch
schwierig abzuschätzen. Vieles scheint möglich. Für den Zürich Marathon erhofft sie sich jedenfalls
eine Zeit unter 2:45, womit sie sich endgültig zu den besten Schweizer Langstreckenläuferinnen
zählen könnte.
Sportlich erfolgreiches Jahr
An seiner Generalversammlung konnte der LC Uster auf ein sportlich sehr erfolgreiches Jahr 2005
zurückblicken. Neben dem 800-Meter-Läufer Sandro Wegmann hatten insbesondere die Langstreckenläufer
Simon Tesfay, Tadese Abraham und Christoph Menzi für Erfolge gesorgt, wie sie der Verein schon
lange nicht mehr erlebt hat. Nach der Auflösung der Leichtathletikgemeinschaft Uster bedeutete das
vergangene Jahr für den LC Uster aber auch einen sportlichen Neuanfang im Nachwuchsbereich. Dank
dem grossen Einsatz des neuen Leistungssportchefs David Wyden gelang es innerhalb kurzer Zeit,
wieder eine funktionierende Nachwuchsabteilung mit über dreissig Jugendlichen aufzubauen.
Weniger rosig verlief das Jahr aus finanzieller Sicht: Unter anderem wegen Abschreibungen von
alter Clubbekleidung und zu geringen Einnahmen beim Sponsorenlauf schloss der Verein das Jahr mit
einem Verlust von 12 000 Franken ab. Seinen Rücktritt aus dem Vorstand gab Hans Spirig, sein Ressort
Information wird neu von Adrian Kammer übernommen.
Erschienen am Donnerstag, 02. Februar 2006
© "Der Zürcher Oberländer" / "Anzeiger von Uster"
ZürilaufCup 2005
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